wie
BILDER BERÜHREN UNS

Wie wird gearbeitet?

Malen

Das Malen löst Blockaden. Es zeigt Perspektiven auf und schult die Wahrnehmung innerer und äußerer Vorgänge. Gefühle werden aktiviert, bestätigt und verwandelt.

Es wirkt befreiend auf die Atmung und beruhigend auf den ganzen Blutkreislauf.

Die Bilder entstehen frei von allen Wertungen und Vorstellungen.

Das Malen geschieht mit Farben auf Wasserbasis, mit Pinsel oder den Händen, mit Kreide stehend an der Wand oder sitzend.

 

1. Fallbeispiel

Ein weisser Vogel begleitet mich

Dieses Bild wurde von einer Frau gemalt, welche in ihrem Leben an einem Punkt stand, wo sie an ihrer Arbeitsstelle und zu Hause als Familienfrau mit Schwierigkeiten konfrontiert war. Sie schreibt zu diesem Bild: „Ich tauche aus dem Wasser auf und kämpfe mich an Land. Die Wellen kommen und gehen, aber ich bin doch eher am Land, auch wenn es mich immer wieder umreisst oder durchschüttelt. Ein weisser Vogel begleitet mich, er bringt Ruhe mit. Nachts träume ich immer wieder, dass ein weisser Flügel mich zudeckt und beschützt. Es ist wie das Gefühl, dass ich nicht alleine für alles verantwortlich bin. Ich kann besser schlafen und wache nachts nicht mehr so viel auf.“

 

 

 

 

 

2. Fallbeispiel

Bild gemaltes Kissen

Ein 10 jähriges Mädchen malte nach einer Imagination auf ein Kissen. „Einmal an einem Dienstag konnte ich nicht schlafen, weil ich Zahnweh hatte. Dann nahm ich mein selber gemaltes Kissen und legte mich darauf. Innerhalb von 5 Min. schlief ich dann ein.“

 

 

 

 

 

 


 

Imagination

In einem körperlich entspannten Zustand (sitzend oder liegend) entstehen innere Bilder wie im Traum.

Der/die Klient/Klientin ist wach und drückt seine/ihre inneren Bilder in Worten aus. Alltägliche, schwierige Situationen können zuerst in der inneren Welt erforscht und eine neue Haltung erprobt werden. Durch diese „Innenschau“ werden auch ungestillte Bedürfnisse nachgeholt und genährt. Im Gespräch wird eine Verbindung zu der gegenwärtigen Situation hergestellt.

Bei Kindern wird durch das Gestalten oder Malen die erlebte Imagination vertieft. Diese Fantasiereisen sprechen gerade Kinder an. Die Methode stützt sich auf das Kathathyme Bilderleben von Hanscarl Leuner.


1. Fallbeispiel

Ein 10 jähriges Mädchen hatte Mühe mit den Französischaufgaben und fühlte sich durch die anfallenden Aufgaben sehr unter Druck. Sie wollte bessere Resultate erreichen, entspannter sein und weniger Fehler machen.

Imagination
Therapeutin: „Der Atem setzt Dich dort ab, wo Du an einem wunderschönen Ort bist und Du Dich wohl fühlst.“
Mädchen: “Ich stehe barfuss auf einer Wiese, mit wunderschönen, farbigen Blumen. Es gibt Apfel-, Aprikosen- und Birnenbäume. Es ist Nachmittag, die Sonne scheint.“
Therapeutin: „Jetzt rufe ein Tier oder eine Gestalt, welche Dir bei den Französischaufgaben helfen kann.“
Mädchen: „Die Giraffe Emma kommt.“
Therapeutin: „Frage Emma, wie Du die Aufgaben im Französisch lösen sollst!“
Mädchen: „Emma gibt mir klare Anweisungen:

1. Ganzes Diktat einmal durchmachen
2. Restliche Hausaufgaben machen
3. Nochmals Diktat machen
4. Pause machen
5. Fehler nochmals schreiben
6. Vor dem Einschlafen Diktat nochmals lesen.

Ich sitze noch auf Emma. Es gefällt mir so, ich geniesse es, sie zu streicheln.“

Nach der Imagination schrieb das Mädchen die Anweisungen auf einen Zettel, welchen sie als Erinnerungshilfe zu Hause brauchte. Der innere Kontakt mit ihrer Emma stärkte sie in vielen unsicheren Situationen. Sie wurde entspannter und konnte gute Resultate erzielen.

 

2. Fallbeispiel

Die Klientin stand vor der Entscheidung, ob sie zu ihrer selbständig erwerbenden Arbeit als Therapeutin eine feste Anstellung in einem Altersheim annehmen sollte.

Imagination:
„Ich stehe auf einer Kreuzung mit zwei Wegen. Der eine Weg steht für die selbständige Arbeit und die feste Anstellung in einem Altersheim: Es ist ein Kiesweg. Der Weg geht steil hinauf und auf meinem Rücken trage ich schwere Mehlsäcke. Der Weg führt durch einen Wald zu der Mühle. Es ist eine riesengrosse Anstrengung, diese Säcke zu tragen.

Der andere Weg steht für die Arbeit als selbständige Therapeutin ohne zusätzliche Anstellung: Es ist ein Kiesweg, auf welchem rechts und links Obstbäume stehen. Auf einem Bänkchen ruhe ich mich aus und mache Pause. Beim Weitergehen kommt eine grosse Schar freudige Kinder entgegen. Gemeinsam nehmen wir ein Schiff über den Fluss und gehen in eine Stadt.“

Das Bild der tragenden Mehlsäcke bedeutete für die Klientin, dass sie einen enormen Kraftaufwand für diese potentielle Stelle im Altersheim aufbringen müsste. So hat sie sich gegen eine Anstellung entschieden.

 


 

Gestalten

Das Gestalten mit verschiedenen Materialien ermöglicht die erlebte innere Welt dreidimensional greif- und tastbar werden zu lassen.

Während dem Tun wird die innere Situation nach aussen gebracht und im gestaltenden Prozess neue Lösungen gefunden.

Im Gespräch oder im Rollenspiel werden diese Erfahrungen vertieft und führen so zu einem neuen Umgang im Alltag.

Jedes Material hat seine ganz eigene Beschaffenheit und Wirkung wie z.B. der Ton, welcher uns direkt mit dem Element der Erde verbindet. Der Ton regt die Formkraft im Menschen an. Er wirkt ordnend und verdichtend auf den ganzen Organismus. Der Wille wird geweckt und gestärkt.

 

Gestlaten mit Ton